Christina Genova

Stadtgeschichten aus St.Gallen

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Mit Leidenschaft für die Kunst

September 4th, 2009 · St.Galler Tagblatt

Zurzeit zeigen an zwei verschiedenen St. Galler Ausstellungsorten fünf Frauen Werke, die auf den ersten Blick unterschiedlicher nicht sein könnten. Ein Besuch in der Galerie Margrit Oertli und bei «Kunst + Raum».

Von Christina Genova

«Les extrêmes se touchent», hat es Galeristin Margrit Oertli auf den Punkt gebracht. Schaut man genauer hin, so ergeben sich dennoch einige Gemeinsamkeiten. Es sind bis auf eine Ausnahme Frauen in den Fünfzigern. Alle kommen aus der Ostschweiz und alle betreiben ihre Kunst mit grosser Ernsthaftigkeit und Leidenschaft.

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Elisabeth Steiger, 73 Jahre, Rentnerin

September 1st, 2009 · Saiten

Elisabeth Steiger, 73 Jahre, Rentnerin, hörte schon früh von ihrer Mutter, sie dürfe nur das kaufen, was sie auch bar bezahlen könne. Sie arbeitete ihr Leben lang und fände es am schlimmsten, wenn sie ein Pflegefall und auf andere angewiesen sein würde.

Seit 44 Jahren wohne ich im Heiligkreuzquartier in St.Gallen. Fünf Buben haben wir in dieser Vierzimmerwohnung grossgezogen. Der Älteste war dreieinhalb, als die Zwillinge kamen. Ich wuchs selbst in einer grossen Familie auf. Heute verwerfen sie die Hände ja bereits wegen zwei. Wir waren sechzehn Geschwister: elf Brüder und vier Schwestern. Ich war das elfte Kind und wurde 1936 geboren. Arbeit und Essen hatten wir immer genug. Spielsachen gab es fast keine. Zu Weihnachten bekamen wir von Gotte und Götti ein Paar Socken oder Schuhe geschenkt. Ich kann mich nicht mehr daran erinnern, was wir uns wünschten. Man war wohl mit dem zufrieden, was man hatte. Es war für uns das Grösste, wenn wir an unserem Namenstag selber Spiegeleier braten durften und eine halbe Tafel Schokolade bekamen. Mittlerweile werden Geburtstagspartys für Einjährige organisiert und in der Zeitung Glückwünsche gedruckt.

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Tina Roth: Blog-Star in New York

August 11th, 2009 · Appenzeller Zeitung

Seit zehn Jahren lebt die gebürtige Speicherin Tina Roth Eisenberg in Brooklyn, New York. Über eine halbe Million Leute besuchen monatlich ihren Blog www.swiss-miss.com – darunter auch angesehene Designer.

Von Christina Genova

Speicher/New York. Montagmorgen in Speicher, ein wunderschöner Sommertag kündigt sich an. Das Appenzellerland zeigt sich von seiner besten Seite – Wiesen wie grün lackiert, Kühe die grasen. So präsentiert sich die Aussicht von Tina Roth Eisenbergs Ferienhaus. Sie ist mit ihrer Familie, der dreijährigen Ella und ihrem Mann Gerry Eisenberg zurückgekehrt nach Speicher, dem Ort, wo sie aufgewachsen ist. Seit mittlerweile zehn Jahren lebt und arbeitet die 35-Jährige in New York, mitten in Brooklyn. Zwar fährt die ausgebildete Designerin mit dem Velo zur Arbeit, um aber Kühe sehen zu können, muss sie sich für zwei Stunden ins Auto setzen.

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Metall – sinnlich

Juni 12th, 2009 · St.Galler Tagblatt

Die Stoffe, die die St. Galler Künstlerin Margaret Kolp verwendet, kommen zumeist aus der Industrie. Unter der Hand der Künstlerin verändern sie sich in ganz neue Gewebe.

Von Christina Genova

Glänzende, schimmernde Stoffe, die zum Träumen anregen, verwendet Margaret Kolp für ihre Strukturbilder, die zurzeit in der Galerie vor der Klostermauer zu sehen sind. Die St. Galler Künstlerin hat bis auf eine Ausnahme aber nicht etwa Haute-Couture- Stoffe verarbeitet, sondern fast ausschliesslich Metallgewebe aus der Industrie. Diese High-TechStoffe, die zum Beispiel im Siebdruck, bei Filtern, Computern oder im Flugzeugbau zum Einsatz kommen, faszinieren, weil sie in sich scheinbar gegensätzliche Materialeigenschaften vereinen.

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Vom Copy-Shop in die Kunstgalerie

Mai 19th, 2009 · St.Galler Tagblatt

Die St. Galler Künstlerin Verena Staggl reisst Bilder aus ihrem ursprünglichen Kontext und stellt sie in einen neuen Zusammenhang. Noch bis Ende Woche sind ihre Werke in der Galerie Margrit Oertli zu sehen.

Von Christina Genova

Eine Frau übt sich im «Stühlewerfen». Sie schleudert einen Stuhl in Richtung einer Reihe akkurat aufgestellter Polstersessel und sabotiert mit diesem subversiven Akt die sorgfältig errichtete Ordnung. Verena Staggl hat diese verblüffende Bildmontage geschaffen. Für ihre «Strukturbilder» verwendet die Künstlerin eine besondere Technik: Im Copy-Shop kopiert sie Bilder auf die passende Grösse und reibt die Kopien mit Nitroverdünner auf Seidenpapier ab. Das Rohmaterial dazu findet die St. Gallerin mit italienischen Wurzeln zum Beispiel in Zeitungen und Zeitschriften.

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Erwartungen und Aufbrüche

April 21st, 2009 · St.Galler Tagblatt

Der Mensch steht im Mittelpunkt der Arbeiten von Christine Hasler-Sager. In der Galerie vor der Klostermauer zeigt sie derzeit ihre Bilder und Skulpturen. Dabei beweist sie eine besondere Sensibilität für Menschengruppen.

Von Christina Genova

Menschen sind am Warten. Auch wenn man nicht erkennen kann, worauf, spürt man als Betrachter eine erwartungsvolle Spannung. Die einen warten geduldig, andere hingegen voller Ungeduld. Unterschiedliche Menschen, gross und klein, alt und jung stehen in der Schlange, auch eine Frau in Erwartung ist darunter. Ihr Warten wird – im doppelten Sinne – bald ein Ende haben.

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Tragbare Kunst

Februar 12th, 2009 · St.Galler Tagblatt

Im Jugendkulturraum Flon ist am Samstag eine Ausstellung eröffnet worden, die Modekreationen von acht jungen St. Gallerinnen und St. Gallern präsentiert.

Von Christina Genova

Jungen Künstlerinnen und Künstlern eine Plattform zu bieten hat im Flon unter dem Label «Junge Kunst» fast schon Tradition. Was bis anhin jedoch fehlte, war eine Möglichkeit für Jungdesigner, ihre tragbaren Kreationen zu zeigen. Deshalb suchte und fand die Initiantin des Projekts, Lisa Lanker vom Jugendsekretariat, per Ausschreibung acht junge St. Gallerinnen und St. Galler, die mit ihren Kreationen den Schritt aus dem stillen (Näh-)Kämmerlein an die Öffentlichkeit wagen wollten.

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Farbbetrachtungen

Januar 27th, 2009 · St.Galler Tagblatt

Vor fünf Jahren war Louis Gross im Rahmen einer Gruppenausstellung in der Galerie Werkart vertreten. Nun präsentiert er am gleichen Ort seine erste Einzelausstellung seit vielen Jahren.

Von Christina Genova

Prägend war für Louis Gross seine Brüsseler Zeit. Ab Mitte der 50er- Jahre verbrachte er mehr als sieben Jahre in der belgischen Hauptstadt. Neben seinem Brotberuf als Stickereientwerfer besuchte der St. Galler Künstler allabendlich Kurse an der Ecole des Beaux-Arts, schulte seine Hand und sein Auge. Zurück in der Schweiz, nach einer Zweitausbildung zum Grafiker, fand er eine Anstellung bei Sulzer in Winterthur. Auf den Zugfahrten dorthin wurde ihm das Skizzieren ein treuer Begleiter. Vorbeiziehende Landschaften und Mitreisende hielt er auf seinen Blättern fest.

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Im Dialog miteinander

Dezember 2nd, 2008 · St.Galler Tagblatt

Der Mensch als Inspirationsquelle verbindet die Kunstschaffenden Rita Hüttenmoser und Reto Kern, die in der Galerie Werkart unter dem Titel «Sehend-Sein» gemeinsam ausstellen.

Von Christina Genova

Rita Hüttenmoser und Reto Kern versuchen, den Menschen in grösstmöglicher Abstraktion abzubilden. Rita Hüttenmoser beschäftigt sich darüber hinaus mit den Grunderfahrungen der menschlichen Existenz und den damit verbundenen Emotionen. In ihren ausdrucksstarken Bildern verarbeitet sie die Höhen und Tiefen des Lebens und damit auch ihre persönlichen Erfahrungen. Immer spürbar ist eine tiefe Hoffnung und Zuversicht. Die Auseinandersetzung mit einer Thematik beginnt häufig mit einem selbstverfassten Text.

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Swiftli liebt den Blues

November 14th, 2008 · St.Galler Tagblatt

Mit «Swiftli spielt den Hardtimeblues» präsentiert Peter Rinderknecht Kleinkunst vom Feinsten in der Kellerbühne. Eine durch und durch stimmige Produktion.

Von Christina Genova

Swiftli Baumgartner liebt den Blues, und wenn er seine Elektrogitarre zur Hand nimmt, spürt man den Groove. Schon als Kind war der Daily Blues Minnesota sein bevorzugter Sender. Von seinen Eltern kam nicht viel Verständnis für seine Vorliebe. Der Vater, ein Metzger, hörte lieber Nachrichten, seine Mutter, die fromme Marie, Gregorianik und Udo. Dennoch versuchte Swiftli, seine Träume wenigstens im kleinen zu verwirklichen. Mit 18 beschaffte er sich eine Gitarre, gründet er eine Band, und er wird Mitglied der freiwilligen Feuerwehr – weil in seinen Ohren nichts schöner klingt als das Tatütata der Sirene. Nun hat er für ein ultimatives Konzert ein altes Kino gemietet. Aber vorerst scheint, wie so oft in seinem Leben, einiges schiefzugehen: Die Band kommt zu spät, das Publikum erscheint nur spärlich, und auch die Technik gehört nicht zu Swiftlis Stärken. Anders, als es sein Name vermuten lässt, ist Swiftli alles andere als schnell. Er ist ein Träumer, ein Tolpatsch, der mit seinem Teilzeitjob als Nachtwächter gerade so über die Runden kommt.

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