<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Christina Genova</title>
	<atom:link href="http://www.christinagenova.com/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.christinagenova.com</link>
	<description>Stadtgeschichten aus St.Gallen</description>
	<lastBuildDate>Thu, 14 Jul 2011 20:09:53 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.2.1</generator>
		<item>
		<title>Kreative Stadtansichten</title>
		<link>http://www.christinagenova.com/2011/07/kreative-stadtansichten/</link>
		<comments>http://www.christinagenova.com/2011/07/kreative-stadtansichten/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 11 Jul 2011 21:16:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>genova</dc:creator>
				<category><![CDATA[St.Galler Tagblatt]]></category>
		<category><![CDATA[Abschlussarbeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Fachklasse Grafik]]></category>
		<category><![CDATA[GBS St. Gallen]]></category>
		<category><![CDATA[Stadt]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.christinagenova.com/?p=328</guid>
		<description><![CDATA[Bis Samstag zeigen Absolventinnen und Absolventen der Fachklasse Grafik im Foyer GBS St. Gallen ihre Abschlussarbeiten zum Thema «Stadt». Entstanden sind vor allem Buchprojekte, die sich mit St. Gallen beschäftigen. Von Christina Genova Was macht eine Stadt aus? Wie visualisiere ich das typisch Städtische? Elf Absolventen der Fachklasse Grafik setzten sich während zehn Wochen mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Bis Samstag zeigen Absolventinnen und Absolventen der Fachklasse Grafik im Foyer GBS St. Gallen ihre Abschlussarbeiten zum Thema «Stadt». Entstanden sind vor allem Buchprojekte, die sich mit St. Gallen beschäftigen.</strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p>Von Christina Genova</p>
<p>Was macht eine Stadt aus? Wie visualisiere ich das typisch Städtische? Elf Absolventen der Fachklasse Grafik setzten sich während zehn Wochen mit solchen und ähnlichen Fragen auseinander und fanden darauf erfrischend kreative Antworten. Sie hatten die Aufgabe, das in vier Jahren Gelernte in einem Abschlussprojekt zum Thema «Stadt» umzusetzen. Obwohl geschult und bestens vertraut mit elektronischen Medien und deren Gestaltungsmöglichkeiten, setzen bis auf eine Ausnahme alle auf das altmodische, aber altbewährte Medium Buch in seiner schönsten von Hand gebundenen Form.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Auf dem Fundbüro<br />
</strong>Warum denn in die Ferne schweifen, dachten sich die meisten der angehenden Grafikerinnen und Grafiker und setzten sich mit der Stadt vor ihrer eigenen Haustüre auseinander. Unter dem Titel «lost and found – endende Spuren» beschäftigte sich Vera Brocker mit der typisch städtischen Institution des Fundbüros. 25 Objekte – Spielzeugautos, goldene Uhren, Herrenschuhe und vieles mehr – fotografierte sie im städtischen Fundbüro, katalogisierte sie nach Fundort, Datum und Objektkategorie und ordnete sie einem fiktiven Besitzer zu. Die Fundorte trug sie auf einem Koordinatennetz ein und es erstaunt wenig, dass die meisten Fundgegenstände in der Innenstadt und am Bahnhof verlorengingen.</p>
<p>Bei auffallend vielen Abschlussarbeiten wird gezählt, geordnet und aufgelistet – Kreativität paart sich mit Akribie. Lea Durot sammelte Daten zu Fläche, Stadtteilen, Strassennetz, Höhe, Bevölkerungsdichte und Klima von 24 Städten der Welt, um damit eine visuelle Weltreise zu unternehmen. Nicht die nackten Statistiken interessierten sie, sondern die versteckte Ästhetik der Daten. Sie ordnete die Flächen der Städte nach Grösse und Komplexität oder legte deren Umrisse als Liniengeflecht übereinander, so dass am Ende ein «Experatlas» entstand – ein Atlas der Experimente, wie Lea Durot ihn nennt.</p>
<p><strong>«Utopia» und «Urbane Körper»<br />
</strong>Agon Baumann hingegen löste sich mit seiner Abschlussarbeit «Utopia» gänzlich von real existierenden Städten und wandte sich fiktiven Städten aus Film, Literatur und Computerspielen zu. Der angehende Grafiker recherchierte Informationen zu Städten wie Minas Tirith aus Tolkiens «Herr der Ringe», Mega City aus dem Film «The Matrix» und Vault City aus dem Computerspiel «Fallout 2».</p>
<p>Eine weitere verspielt-versponnene Arbeit präsentiert Joël Roth unter dem Titel «Urbane Körper – ein Formenspiel». Mit seinem Skateboard begab er sich auf die Suche nach interessanten dreidimensionalen Objekten in der Stadt. Jedes wurde fotografiert, ausgemessen und der Verwendungszweck, Material und genauer geographischer Standort samt Koordinaten dokumentiert. Am Computer nutzte Joël Roth die gestalterischen Möglichkeiten und zerlegte die Objekte, multiplizierte und verfremdete sie, bis das Ausgangsobjekt kaum oder gar nicht mehr zu erkennen war.</p>
<p><em>Erschienen im St. Galler Tagblatt vom 27.06.2011</em></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.christinagenova.com/2011/07/kreative-stadtansichten/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Seismik des Lesens</title>
		<link>http://www.christinagenova.com/2011/07/seismik-des-lesens/</link>
		<comments>http://www.christinagenova.com/2011/07/seismik-des-lesens/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 11 Jul 2011 21:00:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>genova</dc:creator>
				<category><![CDATA[St.Galler Tagblatt]]></category>
		<category><![CDATA[Adrian Frutiger]]></category>
		<category><![CDATA[Ernst Peter Fischer]]></category>
		<category><![CDATA[Felix Ebneter]]></category>
		<category><![CDATA[Galerie FEe]]></category>
		<category><![CDATA[Grafik]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.christinagenova.com/?p=313</guid>
		<description><![CDATA[Der frühere Leiter der Schule für Gestaltung, Felix Ebneter, zeigt in seiner eben eröffneten Galerie FEe eigene Bilder unter dem Titel «Interpretationen». Von Christina Genova Was hält die Welt im Innersten zusammen? Woher wissen wir, dass sich die Erde um die Sonne dreht und nicht umgekehrt? Felix Ebneter, der Gestalter, der visuelle Mensch und Ästhet, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der frühere Leiter der Schule für Gestaltung, Felix Ebneter, zeigt in seiner eben eröffneten Galerie FEe eigene Bilder unter dem Titel «Interpretationen».</strong></p>
<p>Von Christina Genova</p>
<p>Was hält die Welt im Innersten zusammen? Woher wissen wir, dass sich die Erde um die Sonne dreht und nicht umgekehrt? Felix Ebneter, der Gestalter, der visuelle Mensch und Ästhet, beschäftigt sich mit Vorliebe mit Erkenntnistheorien und Naturwissenschaften, mit Autoren wie Fred Alan Wolf, Ken Wilber oder Werner Heisenberg. Vielleicht als Ausgleich zu seinem auf den schönen Schein fokussierten Beruf zieht er sich gerne zur vertieften Lektüre zurück in sein Appenzellerhäuschen. Während des Lesens hat er die Angewohnheit, besonders bemerkenswerte Passagen mit Bleistift am Buchrand zu markieren. Diese seismischen Ausschläge, Ausdruck seiner inneren Bewegtheit bei der Lektüre, entstehen durch spontane Bewegungen aus dem Handgelenk heraus.</p>
<p><strong>Corporate Design und Kunst</strong><br />
Felix Ebneter begann, diesen Wegmarken seiner Leseerfahrungen eine eigene Schönheit abzugewinnen. Er, der sich als Gestalter im weitesten Sinne, nicht aber als Künstler versteht, vergrösserte die feinen Bleistiftzeichen in mühseliger, stundenlanger Arbeit am Computer auf das Format A1 und A0 und fügte die entsprechenden Zitate hinzu. Sie stammen alle aus dem Buch «Einstein trifft Picasso und geht mit ihm ins Kino» des Wissenschaftshistorikers Ernst Peter Fischer. Darin untersucht der Autor Parallelen zwischen Kunst und Physik.</p>
<p>Für die Darstellung der Textausschnitte verwendete Felix Ebneter weitgehend selbstentworfene Schriften. Zum einen ist es eine Neuzeichnung der klassischen Times-Schrift, die er «Draft Roman» nennt. Sogar Adrian Frutiger, der berühmte Schweizer Schriftgestalter und Erfinder der Frutiger-Schrift, fand daran Gefallen, als Felix Ebneter ihn vor einiger Zeit besuchte. Felix Ebneter nennt die wahlweise auf Folie oder Plexiglas gedruckten Textinszenierungen «Interpretationen». Er zeigt sie in seinem eigenen Ausstellungsraum, den er im Erdgeschoss seines Ateliers für Corporate Design und visuelle Kommunikation eingerichtet hat. Aber darf man so weit gehen, diese, wie der Gestalter selbst sagt, «völlig absichtslos» entstandenen Markierungen als Interpretationen zu bezeichnen? In der Vergrösserung präsentieren sich die Randzeichen schwungvoll und energiegeladen. Sie wecken unterschiedliche Assoziationen, manche ähneln arabischer Kalligraphie, in anderen glaubt man einen Engel oder eine Tänzerin zu erkennen. «Eigentlich ist es die Umkehrung der Fussnote», meint Ebneter. Die Inszenierung der Zeichen rückt das Zitat als auslösender Moment in den Hintergrund.</p>
<p><strong>Erkenntnisse beim Lesen</strong><br />
Aber führt dies nicht dazu, diesen Randzeichen allzu grosse Bedeutung beizumessen? Was genau gewinnt man durch deren Vergrösserung? Auf jeden Fall wünschte man sich mehr Wechselwirkung zwischen Zeichen und Text, idealerweise deren Verbindung zum Gesamtkunstwerk, wenigstens aber, dass die Inszenierung einem den Zugang zu den nicht immer einfach verständlichen Zitaten erleichtert.</p>
<p>Textinszenierungen machen im besten Falle Lust darauf, sich auf neue Leseabenteuer einzulassen, lesend abzutauchen und sich wider den Zeitgeist auch mal länger als zwanzig Minuten in eine Lektüre zu vertiefen. Felix Ebneters typographische Tafeln hingegen wirken mehr wie eine Spielerei, einen Tick zu versponnen. Was passiert eigentlich mit uns, wenn wir uns lesend verstanden wissen, wenn uns bei der Lektüre ein Licht aufgeht oder sich uns beim Lesen neue Horizonte eröffnen? Solche Fragen klingen bei Felix Ebneter zwar an, aber Antworten darauf bleiben aus.</p>
<p><em>Erschienen im St. Galler Tagblatt vom 6.7.2011</em></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.christinagenova.com/2011/07/seismik-des-lesens/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Neue Gärten braucht die Stadt</title>
		<link>http://www.christinagenova.com/2011/07/neue-garten-braucht-die-stadt/</link>
		<comments>http://www.christinagenova.com/2011/07/neue-garten-braucht-die-stadt/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 11 Jul 2011 20:42:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>genova</dc:creator>
				<category><![CDATA[sg9000]]></category>
		<category><![CDATA[Christa Müller]]></category>
		<category><![CDATA[Guerilla-Gärtner]]></category>
		<category><![CDATA[St. Gallen]]></category>
		<category><![CDATA[Urban Gardening]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.christinagenova.com/?p=306</guid>
		<description><![CDATA[Seit einigen Jahren entstehen in vielen grösseren Städten neue Gärten. Dort pflanzen nicht etwa pensionierte Gartenzwergliebhaber ihr Gemüse an, sondern junge Leute, die gemeinsam mitten in der Stadt ihre urbanen Gartenträume verwirklichen. Auch in St.Gallen scheint die «Urban Gardening» Bewegung erste Wurzeln zu schlagen. Von Christina Genova «Möchtest du auch gerne wissen, woher dein Rüebli [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Seit einigen Jahren entstehen in vielen grösseren Städten neue Gärten. Dort pflanzen nicht etwa pensionierte Gartenzwergliebhaber ihr Gemüse an, sondern junge Leute, die gemeinsam mitten in der Stadt ihre urbanen Gartenträume verwirklichen. Auch in St.Gallen scheint die «Urban Gardening» Bewegung erste Wurzeln zu schlagen.</strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p>Von Christina Genova</p>
<p><strong> </strong></p>
<p>«Möchtest du auch gerne wissen, woher dein Rüebli kommt?» Immer mehr Städter bejahen diese Frage. Die Gretchenfrage stellte Anfang Mai auch die Grüne Partei der Stadt St.Gallen und lud damit zu einem Infoanlass über Vertragslandwirtschaft ein. Dabei geht es darum, mit Bauern aus dem städtischen Umland Abnahmeverträge abzuschliessen, damit diese zu fairen Preisen und einem garantierten Absatz kommen &#8211; und die Konsumenten regelmässig zu frischem Gemüse aus der Region. Wer aber nicht nur die Herkunft von seinem Rüebli wissen will, sondern ihm sogar beim Wachsen zuschauen möchte, der muss zu Spaten und Hacke greifen. Und auch dazu sind immer mehr Städter bereit. Es grünt und blüht in den Städten. Balkonkistchen werden nicht mehr mit Geranien, sondern mit Tomaten bepflanzt. Man will nicht nur vorgefertigte Nahrungsmittel kaufen, die von weit her eingeflogen worden sind, sondern etwas mit den eigenen Händen kreieren. Seit wenigen Jahren entstehen in zahlreichen westlichen Grosstädten neue Formen von Gärten. Die «Urban Gardening» Bewegung steht für eine neue Lust am Gärtnern und Selbermachen. Auf städtischen Brachen und in vernachlässigten Quartieren werden Blumen und Gemüse angepflanzt und damit neue Orte der Begegnung geschaffen. Aus den USA kommend erreicht das Urban Gardening über Deutschland langsam aber sicher auch die Schweiz. Vorreiterin ist die Stadt Basel, wo der vor gut einem Jahr gegründete Verein Urban AgriCulture Netz getreu der Devise «local food for local people» bereits zahlreiche Projekte, wie die Bepflanzung von ausrangierten Einkaufswägen mit Gemüsesetzlingen und die Haltung von Bienenvölkern mitten in der Stadt, realisiert hat. Die deutsche Soziologin Christa Müller, die den Trend des urbanen Gärtnerns schon seit über 15 Jahren erforscht und Mitte Mai für einen Vortrag in St.Gallen war, vertritt in ihrem kürzlich erschienenen Buch «Urban Gardening: Über die Rückkehr der Gärten in die Stadt» die These, dass in westlichen Grossstädten ein neues Verständnis von Urbanität entstehe und dabei die neuen urbanen Gärten eine wichtige Rolle spielen. Als Folge davon würden sich nämlich die Grenzen zwischen Stadt und Land zunehmend verwischen.</p>
<p><strong>Vom Pflanzblätz zum interkulturellen Garten<br />
</strong>Gärten in der Stadt gibt es schon lange. Schrebergärten – der Inbegriff von Spiessigkeit -entstanden nach dem zweiten Weltkrieg vielerorts in Europa. Damals hatte fast jede Schweizer Familie ihren Pflanzblätz, um sich mit eigenem Gemüse zu versorgen. Noch heute gibt es in der Stadt St.Gallen 18 Familiengartenanlagen mit etwa 1100 Pächtern. Aber gibt es in St.Gallen auch die neuen urbanen Gärten? Liegt das Gärtnern auch hier im Trend? Fragt man den obersten St.Galler Familiengärtner Niklaus Lötscher, so ist in den St.Galler Familiengärten noch wenig von einem neuen Gartenboom zu spüren &#8211; im Gegenteil. In den letzten Jahren hatte man eher mit Nachwuchsproblemen zu kämpfen. Jüngst beobachtet Niklaus Lötscher zwar eine Trendwende, dass er von Anfragen junger Leuten überrannt würde, kann er jedoch nicht bestätigen: «Wir kämpfen gegen das hartnäckige Klischee vom Gartenzwergmenschen.» Diese Spezies ist denn auch in den St.Galler Familiengärten noch immer verbreitet. Jürg Tobler, der neue Präsident des Familiengartenvereins Espenmoos, spricht salopp von «Hardcore-Gärtnern», in deren fein säuberlich eingezäuntem Stück Paradies kein Unkräutchen die kleinbürgerliche Idylle stören dürfe. Aber auch in den Familiengärten ist die Zeit nicht stehen geblieben. Vielerorts sind sie parallel zur veränderten Zusammensetzung der Bevölkerung im Quartier in einem schleichenden Prozess zu interkulturellen Gärten geworden. Den Familiengarten St.Fiden könnte man auch als Little Balkania bezeichnen, von vierzehn Parzellen sind lediglich zwei an Schweizer verpachtet. Das Espenmoos hingegen ist beliebt bei Italienern, Spaniern und Portugiesen. Glaubt man Christa Müller, dann werden sich die Familiengärten in den nächsten Jahren weiter wandeln: «Auch in kleineren Städten verändern sich die Gartenkulturen. In den Kleingärten wachsen jüngere Generationen nach, die sich nicht mehr an all die Vorschriften halten und anders gärtnern wollen.» Als grössten Unterschied zwischen den traditionsreichen Familiengärten und den neuen urbanen Gärten bezeichnet Christa Müller, dass jene sich als genuine Bestandteile von Urbanität verstehen, nicht als Alternative zu ihr und erst zuletzt als Ort, an dem man sich von der Stadt erholen will.</p>
<p><strong>Guerilla-Gärtner auf dem Land<br />
</strong>Ein anderes Phänomen der «Urban Gardening» Bewegung sind die Guerilla-Gärtner, die kahle städtische Rabatten mit Wildblumen verschönern, ohne lange nach einer Bewilligung zu fragen. Guerilla-Gärtner finden sich bei uns nicht etwa in der Stadt, sondern auf dem Land, im properen Eggersriet. Es sind keine jungen Wilden, die sich da mit illegalen Pflanzaktionen hervortun, sondern gestandene Leute vom links-grünen Forum Eggersriet-Grub SG. Da der Wunsch der Gruppe, im Dorf eine Umweltschutzkommission zu gründen, beim Gemeinderat kein Gehör fand, bepflanzten die Forums-Leute Mitte Mai in einer friedlichen Protestaktion Verkehrsinseln mit Gemüsesetzlingen und einheimischen Blumen.</p>
<p>Aber zurück in die Stadt, wo man auf zwei neuartige und äusserst gegensätzliche Gartenprojekte stösst. Das eine wird an einem Ort betrieben, an dem es kaum jemand vermuten würde. Auf dem ehemals kargen Vordach des eleganten Hotels Radisson baut Jan Brosinsky, Küchenchef des hoteleigenen Restaurants olivé, 50 verschiedene Kräutersorten an. Mittlerweile hegt und pflegt er seine Pflänzchen nicht mehr nur für den Eigengebrauch: Für 20 Franken Jahresbeitrag kann man nämlich Mitglied werden im Kräutergarten Club und während der ganzen Saison nach Lust und Laune Kräuter beziehen, ohne sich die Hände schmutzig zu machen. Der andere Garten hingegen befindet sich im St.Galler Agglo-Niemandsland, direkt an der Fürstenlandstrasse. Neben der Aldi-Filiale hat vor drei Monaten eine Gruppe junger Autonomer ein überwuchertes Grundstück besetzt und begonnen, darauf einen Garten anzulegen. Der Besitzer lässt sie vorderhand gewähren, spätestens wenn die Bagger auffahren, ist es mit diesem städtischen Freiraum vorbei. An einem strahlenden Sonntagnachmittag sind dort zwei junge Frauen am Arbeiten, die zurückhaltend aber freundlich Auskunft über ihr Gartenprojekt geben. Durch ein Tor aus trockenen Brombeerranken tritt man ein in das autonome Gartenreich der «Aktion grüner Daumen».Eigentlich ist es schon ein Widerspruch in sich, dass Autonome das grüne Chaos bändigten und Ordnung herrichten, oder nicht? Dieser Garten scheint ein Ort zu sein, um überkommene Vorurteilezu prüfen. Eine der beiden Frauen erklärt, dass entlang der Hauptstrasse bald Sonnenblumen, Kapuzinerkresse, Kornblumen und Stangenbohnen blühen werden. Beete sind angelegt worden und die Salatköpfe wachsen prächtig. Wie die beiden jungen Frauen ausführen, geht es ihnen einerseits darum, den einstigen Schandfleck zu verschönern, gleichzeitig wollen sie aber auch lokales Biogemüse produzieren. «Die wenigsten von uns können sich das teure Biogemüse vom Markt leisten.» Unterstützung erhält man aus der Nachbarschaft. Bereits zweimal, erzählen sie, habe jemand Kistchen mit Setzlingen deponiert. «Autonom heisst für mich selbständig», meint die eine und die andere ergänzt: «Wir arbeiten hier ohne Hierarchien, niemand ist hier der Chef. Jeder kann soviel mitarbeiten, wie er will.» Das ist das Äusserste, was sich die beiden an politischen Statements entlocken lassen. Die Selbstbestimmung und das gemeinsame Arbeiten im Kreise Gleichgesinnter stehen für die Frauen im Vordergrund und beide haben ganz einfach Freude am Gärtnern. Während sie erzählen, ist die eine fast unablässig am Zupfen, die andere dünnt die als kunstvolle Spirale ausgesäten Zwiebelsetzlinge aus und pflanzt die Überzähligen hübsch in Reih und Glied. Auch in einem anarchistischen Garten muss man sich bücken und Unkraut jäten. Geplant ist, im Herbst gemeinsam zu ernten und zu kochen, was in den vergangenen Monaten gesät und herangezogen wurde.</p>
<p>Urbanes Gärtnern, so schreibt Christa Müller, sei in aller Regel soziales Gärtnern, es sei partizipativ und gemeinschaftsorientiert;  der Garten wird als Lern- und Begegnungsort inszeniert und die Nachbarschaft in die Gestaltung einbezogen. Die Soziologin ist davon überzeugt, dass sich das städtische Gärtnern in nicht allzu ferner Zukunft auch finanziell lohnen wird. «Sobald die Nahrungsmittel teurer werden, und damit ist über die Ölkrise in absehbarer Zeit zu rechnen, wird das Gärtnern auch ökonomisch interessant und insgesamt wieder ein breiteres Phänomen werden. Dies wird sich natürlich nicht als erstes in einer reichen Schweizer Kleinstadt wie St. Gallen bemerkbar machen, aber auf die Dauer wird die Entwicklung auch diese Stadt erreichen. Sie werden noch eine völlig andere Welt erleben, da bin ich mir ganz sicher.»</p>
<p><em>Erschienen im St. Galler Stadtmagazin sg9000 Nr. 2 / 2011</em></p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.christinagenova.com/2011/07/neue-garten-braucht-die-stadt/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Bilder «on the road»</title>
		<link>http://www.christinagenova.com/2011/07/bilder-%c2%abon-the-road%c2%bb/</link>
		<comments>http://www.christinagenova.com/2011/07/bilder-%c2%abon-the-road%c2%bb/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 11 Jul 2011 20:03:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>genova</dc:creator>
				<category><![CDATA[St.Galler Tagblatt]]></category>
		<category><![CDATA[Dominik Zietlow]]></category>
		<category><![CDATA[Fotografie]]></category>
		<category><![CDATA[Guerilla Galerie]]></category>
		<category><![CDATA[Junge Kunst]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.christinagenova.com/?p=304</guid>
		<description><![CDATA[Der junge Luzerner Künstler Dominik Zietlow stellt seine Fotografien und Kugelschreiberzeichnungen in der Guerilla Galerie an der Jägerstrasse aus. Und er nutzt diese Woche den Raum als offenes Atelier zur Arbeit mit seinem Bildarchiv. Von Christina Genova Fotos hat Dominik Zietlow reichlich geschossen, als er im letzten Sommer sechs Tage von New Orleans nach Memphis [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der junge Luzerner Künstler Dominik Zietlow stellt seine Fotografien und Kugelschreiberzeichnungen in der Guerilla Galerie an der Jägerstrasse aus. Und er nutzt diese Woche den Raum als offenes Atelier zur Arbeit mit seinem Bildarchiv.</strong></p>
<p>Von Christina Genova</p>
<p>Fotos hat Dominik Zietlow reichlich geschossen, als er im letzten Sommer sechs Tage von New Orleans nach Memphis unterwegs war. Nur erschienen ihm zu Hause die Schnappschüsse plötzlich austauschbar. Denn was bedeuten Ferienfotos noch in einer Zeit, in der wir dank des Internets die Welt per Mausklick auf den Bildschirm holen können? Früher, zu analogen Zeiten, lud man Freunde und Verwandte zum Diaabend und präsentierte die Bilder aus der grossen weiten Welt, die man bereist hatte.</p>
<p>Der Luzerner Künstler Dominik Zietlow, 1988 geboren, thematisiert die Überlagerungen von persönlichen Reiseeindrücken, Ferienfotos und virtuellen Reiseimpressionen an der Vernissage seiner Ausstellung «Fotographien» in der Guerilla Galerie mit einem Diavortrag der besonderen Art. Er wiederholte seine Amerikareise auf Google Street View und zeigte die dabei geschossenen Erinnerungsbilder mit Hilfe zweier Diaprojektoren, die, noch geeicht im Rhythmus einer anderen Zeit, die virtuelle Reisebilder in langsamer Folge projizierten.</p>
<p><strong>Pro Blatt tausend Punkte</strong><br />
Die Guerilla-Galeristinnen Nadia Veronese und Kathrin Dörig folgen in ihrer zweiten Ausstellung an der Jägerstrasse weiter ihrem Konzept, jungen, sich noch in Ausbildung befindlichen Künstlern eine Plattform zu bieten. Dominik Zietlow besucht seit 2009 den Studiengang Medien und Kunst mit Vertiefung Fotografie an der Zürcher Hochschule der Künste. Der Ausstellungstitel «Fotographien» ist kein Schreibfehler, sondern bewusst so gewählt. Darin klingen zum einen die Veränderungen an, welche der Übergang von den analogen Photos zur digitalen Fotografie mit sich brachte; zum andern sind es nicht nur Fotos, sondern auch Graphien – Zeichnungen, Schreibungen im weitesten Sinne, die Zietlow an der Jägerstrasse zeigt.</p>
<p>Ausgangslage für seine Arbeit «11 000 Punkte und 200 Linien» waren ein Kugelschreiber, ein paar Blätter Papier und das Ziel, pro Blatt tausend Punkte oder hundert Linien zu setzen. In je vierzig bis fünfzig Minuten vollster Konzentration entstanden Variationen beziehungsweise Meditationen in Punkten und Linien – dreizehn Blätter mit elfmal tausend Punkten und zweimal hundert Linien. Da sind Punkte, dahin geworfen wie eine Handvoll Staubkörner; dort ein Versuch, in der Tradition der japanischen Kalligraphie, das Enso, den perfekten Kreis, nicht mit Pinsel und Tusche, sondern mit Kugelschreiber-Punkten zu erzielen. Auf einem anderen Blatt sieht man hundert freihändig gezogene Linien, von denen keine die andere berührt. Immer nur so weit denken wie bis zum Setzen des nächsten Punktes oder zum Ziehen der nächsten Linie, zählen und punkten, zählen und ziehen – der Weg ist das Ziel.</p>
<p><strong>Ordnen, sortieren, reflektieren</strong><br />
Das Tempo drosseln, zur Ruhe kommen, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren – das sind Themen, die Dominik Zietlow beschäftigen. Deshalb nutzt er ab heute eine Woche die Guerilla Galerie als Atelier, um das Bildarchiv auf seiner Festplatte zu entrümpeln. Eine leere Wand, ein Computer und ein Drucker stehen ihm zum «ordnen, sortieren, produzieren, reflektieren und reproduzieren» zur Verfügung; Interessierte sind eingeladen, ihm dabei zuzusehen. Im besten Falle entstehen daraus erwerbbare Editionen und der «Artist in residence» wird zum «Artist in renaissance», wie der Künstler schreibt.</p>
<p><em>Erschienen im St. Galler Tagblatt vom 11.7.2011</em></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.christinagenova.com/2011/07/bilder-%c2%abon-the-road%c2%bb/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Altbekanntes und Neuentdecktes</title>
		<link>http://www.christinagenova.com/2009/11/altbekanntes-und-neuentdecktes/</link>
		<comments>http://www.christinagenova.com/2009/11/altbekanntes-und-neuentdecktes/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 24 Nov 2009 22:15:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[St.Galler Tagblatt]]></category>
		<category><![CDATA[Charlotte Hefti]]></category>
		<category><![CDATA[Galerie Werkart]]></category>
		<category><![CDATA[Gerry Züger]]></category>
		<category><![CDATA[Hilda Egle-Keemink]]></category>
		<category><![CDATA[Margaret Kolp]]></category>
		<category><![CDATA[Margaret Niedermann]]></category>
		<category><![CDATA[Ralf Fitze]]></category>
		<category><![CDATA[Vaclav Elias]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.christinagenova.com/?p=282</guid>
		<description><![CDATA[Drei alte bekannte Namen in der Galerie Werkart – Charlotte Hefti, Margaret Kolp und Gerry Züger – und vier Neulinge – Vaclav Elias, Hilda Egle-Keemink, Ralf Fitze und Margaret Niedermann – präsentiert eine Gruppenausstellung. Von Christina Genova Die Galeristin Alexandra Oestvold bleibt ihrem Schwerpunkt treu, vor allem lokalen Künstlern Raum zu bieten. Alle sieben Kunstschaffenden [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Drei alte bekannte Namen in der Galerie Werkart – Charlotte Hefti, Margaret Kolp und Gerry Züger – und vier Neulinge – Vaclav Elias, Hilda Egle-Keemink, Ralf Fitze und Margaret Niedermann – präsentiert eine Gruppenausstellung.</strong></p>
<p>Von Christina Genova</p>
<p>Die Galeristin Alexandra Oestvold bleibt ihrem Schwerpunkt treu, vor allem lokalen Künstlern Raum zu bieten. Alle sieben Kunstschaffenden stammen aus der Stadt und der Region St. Gallen, eine Künstlerin aus dem Vorarlberg.<br />
Eindrücke und Fundstücke aus ihren letzten Ägyptenferien – altägyptische Bildmotive, arabische Schriftzeichen, Museumstickets und plattgedrückte Getränkedosen – hat die St. Gallerin Charlotte Hefti zu dekorativen Collagen verarbeitet. Die ausgebildete Kunstpädagogin führt in St. Gallen ihr eigenes Malatelier.<br />
<span id="more-282"></span> Auch Margaret Niedermann, St. Galler Ärztin mit polnischen Wurzeln, zeigt Collagen. Ein fein geädertes Blatt ist Bestandteil von zwei in herbstlichen Farben gestalteten dekorativ-ästhetischen Kompositionen, in eine andere Collage mit dem Titel «Goldene Zeiten» hat sie Ausschnitte aus Zeitschriften integriert.</p>
<p><strong> Schönheitsideale</strong><br />
Ralf Fitze ist Mühlenbauer mit eigener Werkstatt in Oberuzwil. Er ist in der Ausstellung mit männlichen und weiblichen Torsi aus glänzend poliertem Aluminiumblech vertreten. Die eigenwillig geformten, muskulösen Oberkörper sind einzig mit einem kurzen, roten Oberteil bekleidet. Laut dem Künstler symbolisiert es die Bedrohung des Menschen durch äussere Einflüsse wie Körperkult und Kleiderwahn. Dem Mitorganisator der Kunstausstellung «Und» in Oberuzwil geht es in erster Linie darum, den Sinn des Daseins zu ergründen und sich selbst zu finden. Seine Kunstobjekte seien nur Nebenprodukte davon.<br />
Auch Hilda Egle-Keemink setzt sich in ihrer künstlerischen Arbeit mit Schönheitsidealen auseinander. Die Betonskulpturen der im Vorarlbergischen wohnhaften Holländerin entsprechen einem radikal anderen Verständnis von Schönheit als dem bei uns verbreiteten. Die üppigen Frauenfiguren wirken trotz ihrer überbordenden Formen sinnlich und anmutig und erinnern an Niki de St. Phalles Nanas oder an steinzeitliche Muttergöttinnen-Figurinen.</p>
<p>Nüchternen, funktionalen Stoffen, die in der Industrie zum Einsatz kommen, haucht die St. Galler Werklehrerin und Künstlerin Margaret Kolp ein Stück Sinnlichkeit ein. Sie verarbeitet die metallischen Gewebe zu Blüten oder befestigt unterschiedlich strukturierte Stoffe übereinander, so dass je nach Lichteinfall immer wieder neue Effekte entstehen.</p>
<p><strong>Auf blaue folgt rote Phase</strong><br />
«Viele Schichten geben dem Bild eine Seele» – dies ist das Credo von Künstlerin Gerry Züger aus Speicher, die mit Hilda Egle-Keemink die holländischen Wurzeln teilt. In ihren abstrakten Werken trägt sie deshalb mehrere Schichten Öl- oder Acrylfarbe zusammen mit Seiden- oder Pergamentpapier auf, ein Hauch Blattgold darf es manchmal auch sein. Neben Bildern aus ihrer «blauen Phase», zu der sie ein Grönlandaufenthalt inspiriert hat, zeigt sie passend zur Jahreszeit neue Werke aus ihrer «roten Phase», mit Rot, Orange und Aubergine als dominierenden Farben.</p>
<p><strong>Heterogenes Ganzes</strong><br />
Vaclav Elias&#8217; Spezialität ist der dreidimensionale Raum. Der freischaffende Bühnenbildner und Dekorationsgestalter zeigt Figuren aus Pappmaché. Es sind verlorene, traurige Gestalten, die der St. Galler Künstler, der ursprünglich aus der Tschechoslowakei stammt, präsentiert. Zwei stehen abwesend beisammen, eine dritte breitet ratlos die Hände aus.<br />
Der Galeristin Alexandra Oestvold ist es gelungen, die heterogenen Werke in den Räumlichkeiten der Galerie zu einem harmonischen Ganzen zu fügen. Mit dem einen oder anderen der Kunstschaffenden dürfte es wohl ein Wiedersehen geben. Denn wie die Galeristin schreibt, plant sie, mit den «Neuentdeckungen» in Zukunft enger zusammenzuarbeiten.</p>
<p>Bis 5.12., Galerie Werkart, Apéro So, 29.11., 12–15 Uhr; Finissage Sa, 5.12., 14–17 Uhr</p>
<p style="margin-top: 0px; margin-right: 0px; margin-bottom: 1.5em; margin-left: 0px; padding: 0px;">Erschienen im St.Galler Tagblatt am 24.11.2009</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.christinagenova.com/2009/11/altbekanntes-und-neuentdecktes/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Das Staunen nie verlernt</title>
		<link>http://www.christinagenova.com/2009/11/das-staunen-nie-verlernt/</link>
		<comments>http://www.christinagenova.com/2009/11/das-staunen-nie-verlernt/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 21 Nov 2009 22:18:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[St.Galler Tagblatt]]></category>
		<category><![CDATA[Ausblick]]></category>
		<category><![CDATA[Ida Kobel]]></category>
		<category><![CDATA[Joie de vivre]]></category>
		<category><![CDATA[Lebensfreude]]></category>
		<category><![CDATA[Rückblick]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.christinagenova.com/?p=287</guid>
		<description><![CDATA[Mit ihren 83 Jahren und einem erfüllten Künstlerinnenleben könnte Ida Kobel sich getrost zurücklehnen – nichts läge ihr ferner, wie die neue Ausstellung zeigt. Von Christina Genova Sooft es geht, arbeitet Ida Kobel in ihrem Atelier, das sie sich mit ihrem Mann Fredi teilt. Es gibt so vieles, was sie gerne malen möchte. Eigentlich sollten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Mit ihren 83 Jahren und einem erfüllten Künstlerinnenleben könnte Ida Kobel sich getrost zurücklehnen – nichts läge ihr ferner, wie die neue Ausstellung zeigt.</strong></p>
<p>Von Christina Genova</p>
<p>Sooft es geht, arbeitet Ida Kobel in ihrem Atelier, das sie sich mit ihrem Mann Fredi teilt. Es gibt so vieles, was sie gerne malen möchte. Eigentlich sollten es in diesem Jahr ja endlich Apfelbäume sein, aber schon ist es wieder Winter: «Wissen Sie, was mir fehlt?», sagt sie, «die Zeit!». «Joie de vivre», Lebensfreude, heisst eines ihrer neuen Werke. Lebensfreude gepaart mit unbändigem Schaffensdrang sind Eigenschaften, welche die Künstlerin auszeichnen.</p>
<p>Mit «Rückblick – Ausblick» zeigt Ida Kobel in ihren Galerieräumlichkeiten an der Rorschacher Strasse 9 einen Querschnitt ihres Schaffens der letzten Jahre, aber auch ganz neue Arbeiten.</p>
<p><span id="more-287"></span> <strong>Staunen über die Natur</strong><br />
Prägend für Ida Kobel war ihre Kinder- und Jugendzeit als Bergbauernmädchen im Bündnerland. Die Liebe zur Natur und das Staunen über ihre Schönheit begleiten sie bis heute und prägen ihr künstlerisches Schaffen. Die Blumen haben es ihr besonders angetan: Sonnenblumen, Rosen, Mohn und einen Tomatenstock, gemalt in satten Farben, findet man in der Ausstellung.</p>
<p>Schicksalhaft war für die Künstlerin die Begegnung mit Fredi Kobel. Ihm hat sie den Zugang zur Malerei zu verdanken. Kennengelernt hat sich das Künstlerpaar bei einem Kuraufenthalt in Arosa. «Er war mein Kurschatten», lächelt Ida Kobel verschmitzt. Dieser Schatten weicht ihr seit nunmehr über 50 Jahren nicht von der Seite. Fredi Kobel ist Idas Fürsprecher, Förderer, Bewunderer.</p>
<p>Eine Zäsur in Ida Kobels Leben war die Hirnblutung, die sie vor über 25 Jahren erlitt. Aus der Erfahrung heraus, in diesen schweren Stunden getragen worden zu sein, begegnen einem in ihren Bildern seither immer wieder Engel. «Ange papillon», ein Fresko-Engel mit Schmetterlingsflügeln, erinnert einen an die ungekünstelte Direktheit von Kinderzeichnungen und entlockt einem unwillkürlich ein Lächeln.</p>
<p><strong>Eine intuitive Malerin</strong><br />
Ida Kobel beschäftigt sich in ihren Bildern mit den universellen Themen des Lebens: Dem ewigen Kampf zwischen Gut und Böse – «Engel und Dämon», dem Geheimnis der Schöpfung – «Es werde» und dem Tod – «Himmelsleiter». Eine natürliche Spiritualität fern von jeder Frömmelei wohnt ihren Werken inne. Die Künstlerin malt aus dem Bauch heraus: «Ich habe nie Papierkörbe gefüllt». Sie spürt intuitiv, welche Farbklänge harmonieren und in ihrer Beziehung zueinander eine besondere Wirkung entfalten. «Für mich ist die Farbe einfach alles», bringt die Künstlerin ihre besondere Gabe auf den Punkt, und um es mit den Worten ihres Mannes zu sagen: «Wenn man die Farben sieht, ist man Maler.»</p>
<p>Ida Kobel muss sich nicht neu erfinden, verharrt aber auch nicht im Bewährten. Ihre neuen Werke sind noch eine Stufe reduzierter, geometrischer. Farben und Flächen werden mit sicherem Gespür gesetzt und mit viel Weiss ergänzt. Es erfüllt sie mit Freude und Stolz, dass diese kontinuierliche künstlerische Weiterentwicklung belohnt wird mit einer Einladung ans diesjährige «Heimspiel», der alle drei Jahre stattfindenden Ausstellung zum Ostschweizer Kunstschaffen.</p>
<p>Bis 20.12., geöffnet Do 19–21 Uhr, Sa/So 10–12 und 14–17 Uhr; Rorschacher Strasse 9, St. Gallen</p>
<p>Erschienen im St.Galler Tagblatt am 21.11.2009</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.christinagenova.com/2009/11/das-staunen-nie-verlernt/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Bilder aus einer fernen Zeit</title>
		<link>http://www.christinagenova.com/2009/11/bilder-aus-einer-fernen-zeit/</link>
		<comments>http://www.christinagenova.com/2009/11/bilder-aus-einer-fernen-zeit/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 04 Nov 2009 21:39:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[St.Galler Tagblatt]]></category>
		<category><![CDATA[Elfenbein]]></category>
		<category><![CDATA[Höhlenmalereien]]></category>
		<category><![CDATA[Jäger]]></category>
		<category><![CDATA[Sammler]]></category>
		<category><![CDATA[Steinzeit]]></category>
		<category><![CDATA[Susanne Esser]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.christinagenova.com/?p=268</guid>
		<description><![CDATA[In der Galerie vor der Klostermauer zeigt die im Toggenburg lebende und aus Deutschland stammende Susanne Esser zum ersten Mal ihre Werke in St. Gallen. Von Christina Genova Auf der vergessenen Insel haben ein paar Jäger und Sammler überlebt. Nichts ahnend vom Segen und Fluch des elektronischen Zeitalters, führen sie noch heute ein archaisches Leben, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>In der Galerie vor der Klostermauer zeigt die im Toggenburg lebende und aus Deutschland stammende Susanne Esser zum ersten Mal ihre Werke in St. Gallen.</strong></p>
<p>Von Christina Genova</p>
<p>Auf der vergessenen Insel haben ein paar Jäger und Sammler überlebt. Nichts ahnend vom Segen und Fluch des elektronischen Zeitalters, führen sie noch heute ein archaisches Leben, dasselbe wie vor Jahrtausenden. Damals lebte auch das Urpferd. Golden schimmert sein Fell in der Nacht, majestätisch neigt es sein Haupt. Vor etwa dreissigtausend Jahren wurde es aus Elfenbein geschnitzt.</p>
<p><span id="more-268"></span></p>
<p>Vorbild für Susanne Essers Werk «Urpferd» war ein Fundstück aus einer Höhle in der Schwäbischen Alp, das man zu den ältesten Kunstwerken der Menschheit zählt. Für die «vergessene Insel» dienten der Künstlerin steinzeitliche Höhlenmalereien als Inspiration und teils als Vorlage. Die Bilder, die sie in der Galerie zeigt, erzählen zeitlose Geschichten aus einer fernen Zeit.</p>
<p><strong>Verbindung zum Buch</strong><br />
Esser wurde 1962 in Südhessen geboren. Bevor sie vor drei Jahren der Liebe wegen ins Toggenburg zog, lebte sie im Südschwarzwald. Die studierte Kunstpädagogin und gelernte Buchbinderin führte dort ihr eigenes Atelier. Zwar arbeitet sie nicht mehr auf ihrem Beruf, die Verbindungslinien zum Handwerk sind aber nicht abgerissen. Sie werden von der Künstlerin weitergesponnen, indem sie die Materialien, die sie dazu benötigte, zu Collagen verarbeitet. Man findet darin Stoffe, die ihr zum Einbinden der Bücher dienten, die Gold- und Silberfarbe, mit der sie die Titel auf die Buchrücken prägte, das Marmorpapier aus dem Nachlass eines pensionierten Buchbinders, der damit einst die Buchdeckel verkleidete. Gelebtes und Erfahrenes bleibt präsent, die Gegenwart ist im Einklang und in Verbindung mit der Vergangenheit. Auch die «Buchstämme» der Künstlerin zeugen von dieser Haltung. Bücher, Ausschussware, hat die Künstlerin mit einer speziellen Schneidemaschine in feine Scheiben geschnitten und aneinandergeklebt. Wieder zieht die Künstlerin Verbindungslinien: Bücher und Bäume haben dieselbe Etymologie, Papier wird aus Holz hergestellt, ein Stammbaum führt einen in die Familienvergangenheit.</p>
<p><strong>Warme Erd- und Holztöne</strong><br />
Lebenslinien, Wurzeln und Verbindungsfäden findet man in ihren Bildern viele. Die Stoffränder in den Collagen fransen aus. Tiere, Bäume und Menschen, die manche Werke bevölkern, bestehen aus wenigen Strichen. Andere Arbeiten sind mit feinen, symmetrisch angeordneten Linien überzogen, die sich häufig in Verästelungen teilen. Durch eine besondere Technik wirken sie wie aufgeplatzte Nähte oder Narben. Sie erinnern einen an Werke indigener Völker. Susanne Esser verwendet mit Vorliebe warme Erd- und Holztöne. Die Farben und Materialien trägt sie in mehreren Schichten auf, was bei manchen eine dreidimensionale Wirkung ergibt; «voir à travers», hindurchschauen, nennt sie diese Arbeiten.</p>
<p>Bis 15.11., Do/Fr 18–20, Sa 11–15, So 10–12 Uhr</p>
<p>Erschienen im St.Galler Tagblatt am 04.11.2009</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.christinagenova.com/2009/11/bilder-aus-einer-fernen-zeit/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Von der Bergwelt geprägt</title>
		<link>http://www.christinagenova.com/2009/09/von-der-bergwelt-gepragt/</link>
		<comments>http://www.christinagenova.com/2009/09/von-der-bergwelt-gepragt/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 24 Sep 2009 21:14:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[St.Galler Tagblatt]]></category>
		<category><![CDATA[Benno Meier]]></category>
		<category><![CDATA[Berge]]></category>
		<category><![CDATA[Gossau]]></category>
		<category><![CDATA[Landschaften]]></category>
		<category><![CDATA[Wetter]]></category>
		<category><![CDATA[Zornberg]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.christinagenova.com/?p=257</guid>
		<description><![CDATA[In der Galerie vor der Klostermauer sind die Bilder von Benno Meier zu sehen. «Landschaften und Wetter» ist die Ausstellung des Gossauers betitelt, der fast ausschliesslich Himmels- und Bergformationen malt. Von Christina Genova Die Berge waren einmal Benno Meiers Leidenschaft. Zehn Jahre lang – von fünfzehn bis fünfundzwanzig – war er aktiver Bergsteiger und -kletterer. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>In der Galerie vor der Klostermauer sind die Bilder von Benno Meier zu sehen. «Landschaften und Wetter» ist die Ausstellung des Gossauers betitelt, der fast ausschliesslich Himmels- und Bergformationen malt.</strong></p>
<p>Von Christina Genova</p>
<p>Die Berge waren einmal Benno Meiers Leidenschaft. Zehn Jahre lang – von fünfzehn bis fünfundzwanzig – war er aktiver Bergsteiger und -kletterer. Die intensive Zeit in den Bergen hat ihn geprägt und hallt noch heute nach. Es sind Wechselbäder der Gefühle, denen man in der Bergwelt ausgesetzt ist: Auf die Anstrengungen des Aufstiegs folgen die Glücksgefühle bei der Ankunft auf dem Gipfel.</p>
<p><span id="more-257"></span></p>
<p>Ein plötzlicher Wetterumschwung kann die ganze Unternehmung in Gefahr bringen, und immer ist die Gewissheit präsent, dass auf den Aufstieg unweigerlich auch der Abstieg folgen muss.</p>
<p><strong>Spontan begonnen</strong><br />
Benno Meiers reicher Fundus an Eindrücken und Erfahrungen fliesst direkt und intuitiv in seine Werke ein. Die in der Galerie vor der Klostermauer unter dem Titel «Landschaften und Wetter» ausgestellten Bilder des Gossauer Künstlers zeugen davon. Meier ist in einer Zeit des Umbruchs zum Malen gekommen: Vor zehn Jahren entschloss er sich, seinen angestammten Beruf als Elektroniker an den Nagel zu hängen und eine Ausbildung zum Sozialarbeiter zu beginnen. Er, der bis anhin mit der Kunst nichts am Hut hatte, begann spontan, seinem inneren Erleben durch die Malerei Ausdruck zu verleihen. Malen konnte er auch, wenn ihm einmal die Worte fehlten.</p>
<p><strong>Mit blossen Händen</strong><br />
Benno Meier malt überwiegend Berglandschaften: schroffe Felsen, aufziehende Gewitterfronten, um die inneren Stürmen abzubilden, aber auch ein azurblauer Bergsee und eine vergessene Alp. Immer wirken die Werke in sich geschlossen und harmonisch.</p>
<p>Nur selten lassen sich in seinen Bildern Spuren menschlicher Präsenz entdecken, eine Schaukel oder ein paar Skier etwa. Ansonsten findet man ausschliesslich Himmels- und Bergformationen. Es sind eigenwillige Werke, fern von jeder Modeströmung im Kunstbetrieb, gefühlsstark und stimmig in ihrem Ausdruck.</p>
<p>Meier arbeitet mit Acrylfarben. Diese trägt er pastös und in mehreren Schichten mit dem Spachtel auf, so dass sie wie Ölgemälde wirken. Im Überschwang der Gefühle arbeitet er gelegentlich auch mit den blossen Händen – «Zornberg» hat er eines dieser Werke genannt. Die Berge malt der Künstler nicht etwa nur grau in grau. Immer wieder drücken Farben durch, so als ob die Berge in ihrem Innern ein buntes Geheimnis bergen würden.</p>
<p><strong>Schreibend und malend</strong><br />
Benno Meier, der schon lange ein Tagebuch führt, nähert sich schreibend und malend seinem Thema an. Manchmal ruhen die Bilder monatelang, bis er sie wieder zur Hand nimmt und sie weiterbearbeitet, bis es stimmt. Dies sind Momente puren Glücks für den Künstler – vielleicht vergleichbar mit dem Gefühl, gerade einen Sechstausender bezwungen zu haben.</p>
<p>Bis 11. Oktober, Galerie vor der Klostermauer St. Gallen</p>
<p>Erschienen im St. Galler Tagblatt am 24.09.2009</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.christinagenova.com/2009/09/von-der-bergwelt-gepragt/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Blick in die Unendlichkeit</title>
		<link>http://www.christinagenova.com/2009/09/blick-in-die-unendlichkeit/</link>
		<comments>http://www.christinagenova.com/2009/09/blick-in-die-unendlichkeit/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 10 Sep 2009 20:45:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[St.Galler Tagblatt]]></category>
		<category><![CDATA[Alex Hanimann]]></category>
		<category><![CDATA[Arvo Pärt]]></category>
		<category><![CDATA[Gossau]]></category>
		<category><![CDATA[Mani Matter]]></category>
		<category><![CDATA[Oberstufenzentrum Buechenwald]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.christinagenova.com/?p=254</guid>
		<description><![CDATA[Im Januar wird das neue Oberstufenzentrum Buechenwald in Gossau eröffnet. Der St.Galler Künstler Alex Hanimann steuert die Kunst am Bau bei. Inspirationsquellen waren Mani Matter, Arvo Pärt – und die Schülerinnen und Schüler. Von Christina Genova Ende Januar 2010 ist es so weit: Die ersten Schülerinnen und Schüler werden im neuen Oberstufenzentrum Buechenwald in Gossau [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Im Januar wird das neue Oberstufenzentrum Buechenwald in Gossau eröffnet. Der St.Galler Künstler Alex Hanimann steuert die Kunst am Bau bei. Inspirationsquellen waren Mani Matter, Arvo Pärt – und die Schülerinnen und Schüler.</strong></p>
<p>Von Christina Genova</p>
<p>Ende Januar 2010 ist es so weit: Die ersten Schülerinnen und Schüler werden im neuen Oberstufenzentrum Buechenwald in Gossau ihre neuen Schulzimmer beziehen. Einen der ersten Eindrücke ihres neuen Schulhauses wird ihnen ein Künstler bescheren: Beim nordwestlichen Eingang begrüsst sie Alex Hanimann mit einer künstlerischen Intervention. Diesen Frühling hat er den «Kunst am Bau»-Wettbewerb gewonnen und ist nun seit Frühsommer intensiv daran, das Projekt umzusetzen.</p>
<p><span id="more-254"></span></p>
<p>Alex Hanimann, 1955 in Mörschwil geboren, lebt und arbeitet in St. Gallen und gehört zu den bedeutendsten Ostschweizer Kunstschaffenden. Der Lehrbeauftragte an der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Zürich realisiert häufig und gerne Kunst am Bau, in den letzten Jahren zum Beispiel ein Neonröhren-Knäuel im Lichthof am Hauptsitz der St. Galler Kantonalbank (2007), Wandmalereien in der sanierten Turnhalle der Schulanlage Krontal (2007) und seine Installation «Do you hear the birds» in der Tiefgarage Brühltor.</p>
<p><strong>Wie bei Mani Matter</strong><br />
Zwei Herzen schlagen in Hanimanns Brust. Er arbeitet sowohl mit Texten als auch mit Bildern. Vorgefundenes wird von ihm weitergedacht und weiterentwickelt. Sehr lange hat Alex Hanimann für das Oberstufenzentrum Buechenwald eine Textarbeit vorangetrieben. Nachdem er aber kurz vor dem Abgabetermin nochmals den Rohbau besucht hatte, fiel es ihm wie Schuppen von den Augen. Der verschachtelte Bau mit einem zickzackförmigen Grundriss schrie förmlich nach einer Öffnung.</p>
<p>Am einzigen Ort wo das Gebäude sich weitet, beim nordwestlichen, über zwei Etagen reichenden Eingangsbereich, wollte der Künstler diese Wirkung noch verstärken. Sein Siegerprojekt sieht vor, die beiden Seitenwände bis auf die Höhe von etwa vier Metern komplett mit Spiegeln zu versehen. Was passiert, wenn man sich darin spiegelt, hat der Berner Chansonnier Mani Matter in seinem Lied «Bim Coiffeur» von 1966 treffend beschrieben: «Bim Coiffeur bin i gsässe vor em Spiegel,</p>
<p>luege dry / Und gseh dert drinn e Spiegel wo ar Wand isch vis-à-vis / Und dert drin spiegelt sech dr Spiegel da vor mir / Und i däm Spiegel widerum dr Spiegel hindefür / Und so geng wyter, s&#8217;isch gsy win en länge Korridor / I dämm my Chopf gwüss hunderfach vo hinden und vo vor / Isch ufgreit gsy i eier Kolonne, z&#8217;hinderst isch dr Chopf / I ha ne nümme gchennt, so chly gsy win e Gufechopf.»</p>
<p><strong>Eine andere Dimension</strong><br />
Der Betrachter verliert sich, in die Spiegel blickend, in der Unendlichkeit. Der Raum öffnet sich explosionsartig, die Enge wird gesprengt, die Wände lösen sich auf und Weite entsteht. Es geht Hanimann um das Sichtbarmachen einer anderen Dimension von Raum. Der Eingang, Ort des Übergangs von draussen nach drinnen, vom öffentlichen in den schulischen Bereich ist Sinnbild für die Zeit des Übergangs von der Kindheit zum Erwachsensein.</p>
<p>Alex Hanimann, der während einiger Jahre an der Kanti am Burggraben unterrichtete, stellte damals fest, dass viele seiner Schüler sich von Surrealem angezogen fühlten. Mit geweiteten Sinnen sollen die Jugendlichen ihr neues Schulhaus betreten, am Eingang die Schwere ablegen, das Verspielte zulassen und die Möglichkeiten ausloten, die sich auftun.</p>
<p>Im Zuge seiner Recherchen stiess der Künstler nicht nur auf das Matter-Chanson, sondern auch auf eine Komposition des Komponisten Arvo Pärt namens «Spiegel im Spiegel». Hanimann wurde klar, dass er versuchen wollte, die visuellen Eindrücke zusätzlich mit akustischen Mitteln zu untermalen und zu verstärken. Mittlerweile steht fest, dass er mit Musikern etwas vier bis fünf Tonsequenzen à 15 Sekunden kreieren wird.</p>
<p>Ausgelöst durch Bewegungsmelder werden dann wie aus dem Nichts feine, sphärische Tonabfolgen eingeblendet.</p>
<p>Das Projekt ist auf gutem Wege, vieles ist schon aufgegleist. Der Auftrag für die Spiegel wurde vergeben, Lösungen für das Anbringen der Lautsprecher und Bewegungsmelder sind gefunden. Als weiteres visuelles Element wird eine Bodenlinie hinzukommen. Dieses Farbband wird sich zwar in der Unendlichkeit der Spiegel verlieren.</p>
<p>Als Gruss aus einer anderen Dimension wird es aber beim zweiten, nordöstlichen Schulhauseingang wieder auftauchen.</p>
<p>Erschienen im St. Galler Tagblatt am 10.09.2009</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.christinagenova.com/2009/09/blick-in-die-unendlichkeit/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Mit Leidenschaft für die Kunst</title>
		<link>http://www.christinagenova.com/2009/09/mit-leidenschaft-fur-die-kunst/</link>
		<comments>http://www.christinagenova.com/2009/09/mit-leidenschaft-fur-die-kunst/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 04 Sep 2009 20:38:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[St.Galler Tagblatt]]></category>
		<category><![CDATA[Christina Waidelich-Peter]]></category>
		<category><![CDATA[Christine Ariès]]></category>
		<category><![CDATA[Doris Müller-Luder]]></category>
		<category><![CDATA[Isabella Stiner]]></category>
		<category><![CDATA[Margrit Oertli]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.christinagenova.com/?p=250</guid>
		<description><![CDATA[Zurzeit zeigen an zwei verschiedenen St. Galler Ausstellungsorten fünf Frauen Werke, die auf den ersten Blick unterschiedlicher nicht sein könnten. Ein Besuch in der Galerie Margrit Oertli und bei «Kunst + Raum». Von Christina Genova «Les extrêmes se touchent», hat es Galeristin Margrit Oertli auf den Punkt gebracht. Schaut man genauer hin, so ergeben sich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Zurzeit zeigen an zwei verschiedenen St. Galler Ausstellungsorten fünf Frauen Werke, die auf den ersten Blick unterschiedlicher nicht sein könnten. Ein Besuch in der Galerie Margrit Oertli und bei «Kunst + Raum».</strong></p>
<p><em>Von Christina Genova</em></p>
<p>«Les extrêmes se touchent», hat es Galeristin Margrit Oertli auf den Punkt gebracht. Schaut man genauer hin, so ergeben sich dennoch einige Gemeinsamkeiten. Es sind bis auf eine Ausnahme Frauen in den Fünfzigern. Alle kommen aus der Ostschweiz und alle betreiben ihre Kunst mit grosser Ernsthaftigkeit und Leidenschaft.</p>
<p><span id="more-250"></span></p>
<p><strong>See und geometrische Formen</strong><br />
Viele dünn aufgetragene Schichten Ölfarbe fügen sich bei Christina Waidelich-Peter (Heiden) zu Landschaften von berauschender Tiefe.</p>
<p>Die Künstlerin ist Grafikerin. Acht Jahre führte sie die Galerie W in Heiden. Sie malt, was sie umgibt, den Bodensee zum Beispiel, den sie von ihrem Haus aus sieht.</p>
<p>In immer wieder anderem Lichte erscheint er. Manchmal ist es violett-samtene Dunkelheit, in welche man sich einhüllen, ein andermal Bläue, in der man sich verlieren möchte. Es ist auf das Wesentliche beschränkte Malerei. «Manchmal muss ich mich fast zwingen, einmal etwas anderes als blaue Farbe zur Hand zu nehmen», bekennt die Künstlerin.</p>
<p>Isabella Stiner (St. Gallen) malt wie Christina Waidelich-Peter mit Ölfarbe und erzielt mit einer ganz anderen Technik in ihren Bildern ebenfalls erstaunliche Tiefenwirkung. Die gelernte Hochbauzeichnerin gebraucht Raster als Hilfsmittel, um «einen Moment aus dem unendlichen Raum einzufangen», wie sie es ausdrückt. Geometrische Formen, Rechtecke, Rhomben oder Quadrate legen sich in mehreren Schichten von jeweils unterschiedlicher Farbe übereinander. Sie scheinen in einer anderen, für unsere Augen nicht sichtbaren Dimension zu schweben. Mit kleinen Eingriffen wie einer anderen Farbreihenfolge verändert Isabella Stiner die Wirkung eines Bildes nachhaltig. Mit der Frage, was uns im Innersten zusammenhält, beschäftigt sich auch Michèle Mettler. Faszinierend und irritierend zugleich sind ihre eindrücklichen Fotoarbeiten, die eine Aura des Mysteriösen umgibt. Die St. Galler Künstlerin manipuliert ihre meist in Schwarzweiss gehaltenen Fotografien mit Siebdruckverfahren oder mit einem schwarzen Farbroller. Mettlers Gedanken scheinen häufig um den Kopf zu kreisen. Als ob sie durch die intensive Beschäftigung dem Geheimnis der Gehirns auf die Spur kommen und ergründen könnte, was in den Köpfen vorgeht. Von allen Seiten nähert sie sich dem Gegenstand, zeichnet Schädelnähte ein, trägt Akupunkturmeridiane auf. Aus einem der Köpfe lässt sie Libellenflügel wachsen und verleiht so den Gedanken Flügel.</p>
<p><strong>Steine und Fotografien</strong><br />
Doris Müller-Luder (Teufen) formt aus Steinen Steine. Vielleicht ist dies etwas zu plakativ ausgedrückt, kommt der Philosophie der Künstlerin aber sehr nahe. Doris Müller-Luder ist Dekorationsgestalterin. Dem Stein will sie eine Form nicht abtrotzen, sondern dessen gewachsener Struktur folgen und seine natürlichen Maserungen freilegen. Das Resultat sind organische, sinnliche Skulpturen aus Marmor, Alabaster und Speckstein, die man unwillkürlich anfassen und über deren fein geschliffene Oberfläche man streichen möchte. Die Skulpturen fügen sich nahtlos in ihre Umgebung ein, sind Ruhepole und verfügen über eine fast meditative Ausstrahlung.</p>
<p>Die fünfte im Bunde ist Christine Ariès (Schaffhausen). Die Hochbauzeichnerin zeigt Fotobilder im «Kunst + Raum» der Interni AG . Sie findet ihre Motive häufig «on the road», fotografiert aus dem Auto, dem fahrenden Zug oder in den Ferien. Ariès fasziniert der städtische Raum. Die Bilder werden meist am Computer weiterbearbeitet. Was auf den ersten Blick durch seine Ästhetik besticht, ist mehr. Auf subtile Art scheint in den Arbeiten Zivilisationskritik auf.</p>
<p>Erschienen im St. Galler Tagblatt am 4.09.2009</p>
<p>Galerie Margrit Oertli: bis 6.9.; Kunst + Raum: bis 18.10.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.christinagenova.com/2009/09/mit-leidenschaft-fur-die-kunst/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

